Roadshow Tag 9: Wels

  • Mittwoch, 2. Juni 2021

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Liebe Generation Grundeinkommen,

Zum Frühstück auf dem idyllischen Stellplatz an der Enns in Steyr montieren wir für unsere Webseite einen Banner an unserem Anhänger. Die Campinggäste sprechen uns im Morgenmantel darauf an, wie gut ihnen die Idee gefällt und wo sich das in ihrer Familien auswirken würde. Das Grundeinkommen lässt niemand kalt, den es berührt.

Der Weg nach Wels führt uns an wunderschönen Feldern, Schlössern und Kirchen vorbei. So viel Weite hat Österreich, Wir sind begeistert von der abwechslungsreichen Landschaft. In Wels wird es sehr geschäftig und eng Richtung Zentrum. Wir haben kaum das Rad vom Hängergeladen, da werden wir schon angesprochen. Viel Interesse am belebten Hauptplatz mit Wasserspiel vor dem wir uns platzieren. Die Sonne lacht, die Menschen essen Eis. Ein eleganter Herr merkt an, dass wir einem völligen Irrtum aufsitzen, er spricht wie ein Wasserfall, dass das mit dem Grundeinkommen nicht gehen kann, weil die Wirtschaft dann zusammenbricht. Viel eher gehören die Steuern gesenkt. Ich erfahre, dass er die hohen Abgaben auf Arbeit ablehnt, weil sie seine Firma am Wachsen hindern. Das ist Helmos Stichwort. Nach 15 Minuten nimmt er seine Sonnenbrille ab und sagt den Satz: „Am Anfang hab ich geglaubt, da stehen ein paar Spinner, die keine Ahnung haben, aber ich muss sagen, ihr habt euch wirklich was überlegt, Respekt!“ Ein kleiner Ritterschlag für uns.

Eine ältere Dame fragt Pepe direkt und ohne Grussworte: "Sollen das die Ausländer dann auch bekommen? „Ja, alle Menschen!“ „Das geht gar nicht!“ und eilt ohne weiteres Wort von dannen. Wir beschließen, dass wir zukünftig sagen könnten: "Alle, die hier Steuern zahlen“ um das Gespräch zu beginnen.

Den Höhepunkt bildet ein junger Mann, der gerade die Matura der örtlichen HTL bestanden hat und über das Grundeinkommen im Wirtschaftsunterricht gehört hatte. Er will bei uns unterschreiben. Wir kommen gut ins Gespräch und machen ein Interview für unseren Kinofilm. Die große Sorge, dass die jungen Menschen nichts mit sich anzufangen wissen wird von ihm total auf den Kopf gestellt. Im Lockdown ist allen seinen Altersgenossen klar geworden, dass die vielen virtuellen Angebote unbefriedigend sind und jeder etwas aus seiner Zeit machen will. Fantastischer Einblick, der uns hoffnungsfroh macht.

Wir fahren noch am selben Tag nach Linz, wo wir am morgigen Feiertag stehen werden. Auf der Autobahn geraten wir in Stau und bekommen aufgrund der Beschriftung am Wohnmobil einige deutliche Sympathiebekundungen. Das macht Laune auf mehr…

So weit von uns
Grüße
Helmo