Wurde das Bedingungslose Grundeinkommen schon getestet?

Nein, gestestet wurden nur bedingte Grundeinkommen. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) wahrlich zu testen ist schwierig, da immer Bezieher, Dauer und Ort der Auszahlung limitiert sind.

Es gab und gibt Experimente in den unterschiedlichsten Ländern, die die Idee des Grundeinkommens in sich tragen: Brasilien, Finnland, USA, Namibia, Kanada, Kenia, Indien, Holland und viele mehr. Untersucht wurde, wie ausgewählte Menschen auf ein sicheres Einkommen reagieren. Mit durchaus positiven Ergebnissen auf Arbeitsangebot, Bildungsabschlüsse, Privatinitiative und Gemeinwesen.

Folgende Effekte waren allen durchgeführten Experimenten gemein: Es nahmen Unternehmertum und die Produktivität in der Arbeit zu, es stärkte sich sowohl die Eigeninitiative als auch der Gemeinschaftssinn. Junge Männer in Amerika strebten höhere Bildungsabschlüsse an und Frauen in Namibia gründeten Kooperationen.Tendenziell gingen Kriminalität, Suchterkrankungen und Vereinsamung zurück, Gesundheitsausgaben sanken. Es erwies sich, dass Einkommen Arbeit und Leistung ermöglicht, nicht behindert.

Wie sich Grundeinkommens-Tests auswirken, hängt maßgeblich von der Höhe und den Bedingungen, die daran geknüpft sind, ab. Zu wissen, dass einem nach zwei Jahren das Grundeinkommen wieder entzogen wird, wie in dem viel zitierten finnischen Experiment, hat ebenso Auswirkungen auf die Lebensplanung, wie die Tatsache, dass es viele Mitmenschen nicht bekommen.

Der größte bekannte Grundeinkommens-Test ist das Pensionssystem. Zwar ist dieses Einkommen nicht bedingungslos, doch können es die betroffenen Empfänger durch eigenes Verhalten nicht verlieren. Auch hier zeigt sich: Die Höhe der Pension bestimmt den Freiheitsgrad.

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) würden alle Menschen mit Hauptwohnsitz in Österreich bekommen, lebenslang und in ausreichender Höhe. Ähnlich der Demokratie und dem Rechtsstaat, lässt sich ein Bedingungsloses Grundeinkommen nie zufriedenstellend testen. Es lässt sich nur wagen.